Day of Song
26. Juni 2010
Die Gruga wurde, wie in der Presse vorangekündigt, am offiziellen „Day of Song“ im Kulturhauptstadtjahr 2010 wieder zum Liedergarten. Bunt wie ein Sommergarten waren die Programme der teilnehmenden Chöre. Und das Wetter spielte mit!
Eröffnet wurde das Nonstop-Konzert u.a. mit „Halleluja, tönt es laut..., dankeschön für die Wunder, die täglich gescheh`n“. Mit „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“ wurden die Zuschauer anschließend sehr herzlich begrüßt. Das Lied „Heiter wie der Sonnenschein“ machte einen Wetterbericht überflüssig, und wer wollte dem Stück „Singen ist Freude, öffnet das Herz“ schon widersprechen. Der Seemanns-Chor Blaue Jungs sang sehr glaubwürdig „Wir lieben die Stürme…“, doch das wurde von Petrus zum Glück überhört. Herzerfrischend war der Auftritt des Heisinger Kinderchores, der fröhlich den Rattenfänger pries. Im ständigen Wechsel der Melodien aus Musicals, Liedern u.v.m. kam bis zum frühen Abend keine Langeweile auf. Von Beginn an war der Musikpavillon sehr gut gefüllt und die Zuschauer folgten den Vorträgen mit sichtlicher Freude. Jeder Chor erhielt begeisterten Applaus.
Mittags stimmte Klaus Springenberg, Vorsitzender des Essener Sängerkreises, als Ersatz für den fehlenden echten Glockenschlag mit einem Augenzwinkern ein „Bim-bam-bim-bam“ an, was an diesem besonderen Tag unter der Mitwirkung zahlreicher schmunzelnder Zuschauer echtem Glockenklang durchaus ebenbürtig war. Danach, pünktlich um 12.10 Uhr, wurde mit allen Zuschauern u.a. das Steigerlied „Glück auf...“ gesungen. Es war schon ein Erlebnis, zu sehen und zu hören, mit wie viel Freude alle Menschen gemeinsam sangen.
Ohne Pausen ging das Programm unter der Leitung von Klaus Springenberg, der dem Publikum alle teilnehmenden Chöre vorstellte, bis ca. 18.00 Uhr weiter.
Als vorletzter Programmpunkt zeigte der Chor „Vielhomonie Rhein-Ruhr“ in toller Kostümierung, wie bunt und vielseitig Chormusik sein kann und belohnte die Gäste, die bis zum Ende der Veranstaltung dabei waren, mit einem herrlichen Auftritt. Stücke wie „Der Mond von Wanne-Eickel“, „La Montanara“ und viele weitere wurden mit anhaltendem Beifall honoriert.
Es gab einige Zuschauer, die fast den ganzen Tag (!) mit Begeisterung zuhörten. Ihnen und dem gesamten übrigen treuen Publikum sagen wir, das Team des Essener Sängerkreises, vielen herzlichen Dank für die große Aufmerksamkeit und versprechen eine Fortsetzung beim nächsten „Tag des Liedes“.
Hier wäre normalerweise der Bericht zu Ende. Nicht aber an diesem Tag, denn anschließend ging es noch „auf Schalke“ zum großen Abschlusskonzert des Day of Song. Schon die Hinfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln war ein Ereignis. Überall wurde gesungen, und eine besondere Stimmung machte sich breit. Alle Menschen schienen freundlicher miteinander umzugehen als sonst und ließen sich von dem fröhlichen, spontanen Chorgesang einfangen, die letzten Zweifler wurden einfach überstimmt.
In der Schalke-Arena angekommen, gab es kein Halten mehr. Vor dem offiziellen Beginn der Abendveranstaltung fand unter der Leitung eines Moderators eine Gesangsprobe mit allen Stadionbesuchern statt, also mit ca. 60.000 Menschen (!), eigentlich unvorstellbar. Aber wie durch eine wundersame Fügung gelang diese Übung. Und spätestens nach dem „Startschuss“ breitete sich Gänsehautstimmung aus. Die Chöre auf dem Spielfeld und den Tribünen und alle übrigen aktiven Sänger ließen in wunderbarer Weise ihre Stimmen erklingen. Das Repertoire des Abend war eine unglaubliche Mischung: Steigerlied, Hejo spann den Wagen an (als Kanon gesungen!), Grönemeyer`s Ruhrgebiets-Hymne, Ave Maria von Bach-Gounod, Halleluja von Händel, Gefangenenchor aus Nabuco und vieles mehr. Wäre ich nicht dabei gewesen, ich würde es nicht glauben.
Hat irgendjemand kürzlich von Chorsterben gesprochen?
Hallo! Augen und Ohren auf! Der Gesang, der Chorgesang lebt, wandelt sich auch,
und ist ein äußerst wichtiger Bestandteil unserer Kultur und unseres Lebens.
Gesang verbindet Menschen und Kulturen, weltweit, egal in welcher Sprache. Dafür
benötigen wir keine Dolmetscher, denn die Sprache der Musik geht direkt von
Herz zu Herz.
Lasst uns miteinander singen, so oft wie möglich!
Astrid Hinzke
Pressereferentin des ESK
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